Stand der KI-Aktivitäten im Finanzbereich

Wir wollen uns mit 2 Seiten einer Entwicklung beschäftigen, die das Ausmaß der Herausforderung für die Finanzsphäre verdeutlichen und eine Diskussion begleiten könnte, wie letztendlich in 10 Jahren Geld angelegt wird und wie die Arbeit in Unternehmen und Banken organisiert wird. Künstliche Intelligenz (KI) wird von vielen noch als Zukunftsmusik beschrieben, wobei sie heute allenthalben anzutreffen ist: selbst fahrende Autos, Sprachsteuerung, Übersetzungen, Bilderkennung…
In den Backoffices der Unternehmen und Banken werden die Folgen der KI-Evolution in den nächsten Jahren am ehesten zu spüren sein. Nach einer Arvato/AT-Kearny-Studie aus dem Jahr 2018 ist davon auszugehen, dass in 10 Jahren über 50 % aller Backoffice-Arbeiten per RPA ersetzt oder auch unterstützt werden. RPA (Robot Process Automation) ist der Einstieg in die KI der Prozesse, die letztendlich zuerst die Back-Ends vollständig automatisieren werden und dann auch die Front-Ends in diese Richtung bringen. KI im FInanzsegment.

Bitcoin-Turbulenzen: wo führt es hin?

Der Bitcoin macht mal wieder von sich reden, weil er einfach diese rigorose Volatilität nicht verliert. Nach den Höchstständen im Sommer 2019 (Ende Juni von über 13.000 Dollar) sehen wir nun wieder niedrige Stände von rund 8.200 Dollar Anfang Oktober 2019 – also ein Absenken von knapp 37 %. Für eine Leit-Kryptowährung ist das nach über 10 Jahren der Begründung einfach zu viel…oder?

Es gibt viele Gründe dafür: so hat der enttäuschende Start der Bitcoin-Future-Handelsplattform Bakkt zur Ernüchterung geführt. Hatte man ursprünglich immer argumentiert, dass die Möglichkeit des Handels von Future-Kontrakten den Bitcoin Kurs stützen würde, führte dieser Start zu einem Ausverkauf, der eine Reihe von Hebeleffekten (Liquidation von Handelspositionen aufgrund eines Auf- oder Abschwungs des Preises) auslöste. Das beeinträchtigte die Marktstimmung und verlängerte den Verkaufsdruck (siehe hierzu der Newsletter von Autonomous Next vom 3.10.2019)…..

Ein anderer Aspekt sollte allerdings aufhorchen lassen: das anstehende Bitcoin-Halving im nächsten Jahr könnte den Bitcoin attraktiver werden lassen. Mehr in Bitcoin_Update 10-2019.

Konjunkturkrise, ökologische Krise und alternative Assets

Es wird deutlich, dass sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert – was normal und erwartbar ist, wenn man die grundsätzliche Möglichkeit von Konjunkturzyklen als gegeben einstuft. Nun ist erneut das BIP leicht gesunken und es wird über eine Rezession gesprochen.
Problematisch ist, dass die EZB in den letzten Jahren ihr Pulver bereits verschossen hat (Liquiditätsfalle nach Keynes) und die Fiskalpolitik an die „schwarze Null“ gekoppelt ist. Dabei gäbe es beträchtlichen Nachholbedarf im Infrastrukturbereich und bei ökologischen Projekten. Hier hat sich die Regierung noch nicht deutlich positioniert, ob sie da wirklich gegensteuern will und wie sich das Problem der „schwarzen Null“ angehen will. Das kann womöglich nach hinten losgehen….
Ein langfristiger Blick wäre hier noch fast wichtiger: die Carbon Blase, die offenbar nicht genügend beachtet wird (siehe hierzu ein Faktenfilm von Carbon-Tracker).
Offenbar wird die Bedeutung der Klimakrise für die Vermögenswerte unterschätzt, denn wenn große Teile der entdeckten Öl- und Kohlevorkommen (eine Zahl aus dem o.g. Film: zwischen 15 bis 20 % der weltweiten Aktienmärkte sind Carbon-abhängig!!) aus Klimaschutzgründen und Ertragsgründen (die Erneuerbaren werden immer günstiger) entwertet werden, dann werden große Aktienvermögen vernichtet und dies kann sich in der genannten Carbon Blase ausdrücken. Auf alle Fälle deutet sich hier eine Dynamik an, die zu erheblichen Verwerfungen führen kann mit krassen Konsequenzen für die Volkswirtschaften.
Ach ja: was hier nicht fehlen darf: die Verbindung zu den alternativen Assets – den Kryptoassets. Diese dürfen natürlich nicht unterschätzt werden und logischerweise wird der Bitcoin mittel- bis langfristig an Wert gewinnen und der Ether sowieso. Sie runden das Portfolio ab mit ihrer geringen Korrelation zu den Aktienmärkten und ihrem Wachstumspotential. Und wenn erst noch Libra kommt……Also kann es nur heißen, in alternative Energien und in alternative Kryptoassets zu investieren.

MeisCon: Finanzierungen mit Crowdinvesting und Blockchain

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Libra – eine neue Kryptowährung?

Libra ist das neue Licht am Horizont der Kryptowährungen. Zuerst kam das digitale Gold in Form von Bitcoin im Jahr 2009 auf, dann der von Ethereum angeführte Utility-Token im Jahr 2014 und jetzt wurde die globale Finanzwelt durch Facebooks Stablecoin Libra aufgeschreckt. Jede dieser Innovationen hat bereits jetzt seinen Zweck erfüllt und kann als Weiterentwicklung betrachtet werden. Der Bitcoin hat das Tor zu den Kryptowährungen und zur Blockchain geöffnet, Ethererum die Welt der „Smart Contracts“ und der dezentralen Applikationen.

In dem Whitepaper zu Libra heißt es sinngemäß, die Hauptaufgabe von Libra besteht darin, eine einfache globale Währungs- und Finanzinfrastruktur zu schaffen, die Milliarden von Menschen befähigt, Zahlungen zu leisten, auch und gerade in Ländern, wo Menschen eher Zugang zu Mobiltelefonen haben als zu Bankdienstleistungen. Alleine diese Absichtserklärung wäre unglaubwürdig, käme sie nicht von Facebook und weiteren namhaften 27 Partnern (u.a. Pay Pal, Mastercard, Visa, Uber etc.). Dennoch ist die Herausforderung riesig und es scheint, dass man sich viel vorgenommen hat. Siehe hierzu mein Papier:Liba Krypotwährung_06-19

Dekarbonisierung und Fintechs

Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit sind aktuelle Schlagworte in der politischen Diskussion – vor allem in Deutschland. Grund genug für einen Blick auf das weltweite Investitionsverhalten in Bezug auf erneuerbare Energien. Die Investitionen schwanken seit 2011 und sind nicht wesentlich gewachsen, was natürlich die Frage aufwirft, wie denn eine Umstrukturierung der Weltenergie bewerkstelligt werden kann, wenn sie weiterhin so carbonlastig bleibt. Die Aktienwerte der Welt sind noch überwiegend auf die Carbonindustrien ausgerichtet, was die zukünftige Wirtschaft natürlich zu spüren bekommt, wenn Carbonwerte an Bedeutung verlieren….. den ganzen Artikel hier. .Dekarbonisierung und Fintechs

Es tut sich wieder was bei Bitcoin und Co.

Viele Unkenrufe haben die dramatischen Wertverluste im Kryptomarkt die letzen Monate begleitet und nun geht es wieder aufwärts. Neue ICO- Alternativen – wie die IEO’S – machen auch von sich reden. Aus dem unten im dem Papier zitierten Autonomous Next – Newslatter Mai 2019 zu den IEO’S: „Ein IEO unterscheidet sich von seinem ICO-Geschwister (Initial Coin Offering) darin, dass die Mittel durch eine Börse im Auftrag des Startups beschafft und verwaltet werden, während ein ICO vollständig unabhängig von einer größeren Organisation ist, um seine Spendenaktion zu ermöglichen. Dies ist wichtig, da Teilnehmer am IEO auf der Plattform der jeweiligen Börse registriert sein müssen, um auf die Token des Startups zugreifen zu können. Die Aufsichtsbehörden lieben diese Idee offensichtlich“
Auch bei dem Bitcoin ereignet sich einiges: weniger Dominanz der chinesischen Miner und neue Erkenntnisse über den Wert des Bitcoin sind auf alle Fälle wichtige Analyseergebnisse. Siehe den Auszug aus dem Autonomous Next Newsletter #144_10-05-19

Neue Vorschläge für die Crowdinvesting-Regulierung

Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern seine Vorstellungen für die neue Regulierung im Crowdinvesting präzisiert und dabei ist sicherlich Positives herausgekommen:

– Demnach steigt die Schwelle für prospektfreie Vermögensanlagen von derzeit 2,5 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro.

– die Limits für einzelne Anleger werden erhöht. Derzeit liegt die Obergrenze für die Investition eines Anlegers über ein Crowdinvesting-Portal bei 10.000 Euro. Künftig werden
es 25.000 Euro sein. Per Selbstauskunft muss der Anleger dann bestätigen, dass er ein frei verfügbares Vermögen von mindestens 100.000 Euro hat oder je nach Volumen seiner Einlage ein monatliches Einkommen von bis zu 12.500 Euro.

– Professionelle Investoren können sich zukünfitg auch über eine GmbH&Co.KG beteiligen – für sie gelten die Einlageschwellen nicht.

– Zudem können sich die Unternehmen auch über Genussrechte per Crowdinvesting finanzieren. Dies ist m.E. ein wirklicher Fortschritt, zumal dieses Instrument über Blockchain-Lösungen als Genussschein handelbar gemacht werden kann.
(Infos wurden übernommen aus Handelssblatt Online vom 09-05-19)

Schritte in die richtige Richtung – wir haben auf diesem Blog ja weiter unten die Zahlen zum Crowdinvesting 2018 kommentiert.

Fintechs N26 und Kredittech

Seit einigen Jahren sind Fintechs ja ein Hype von Finanzbloggern, Bankern, Investoren und einer interessierten Öffentlichkeit. In Zeiten der dynamischen Kommunikation werden dabei auch schnell Fehlentwicklungen deutlich, die dann in der Presse und in Kommentarspalten der Netzwerke intensiv diskutiert werden (bis hin zu hysterischen Storms), was dann natürlich den Markenwert des entsprechenden Fintechs berührt.
Die zwei Beispiele, die ich herausgesucht habe, zeigen auf, dass es offenbar erhebliche Managementfehler gibt oder gegeben hat, die dann zum Versagen geführt haben. Siehe den folgenden Artikel:
Fin Tech_aufsatz_02-05-19.

Ungleichheit in der Internetökonomie

Es gibt mittlerweile über 2000 Dollar-Milliardäre auf der Welt (Quellen für die Daten: Stat. Bundesamt), die reichsten 1 % der Weltbevölkerung (Vermögen über 1 Mio. US$) besitzen rd. die Hälfte des gesamten Vermögens , die etwas Reicheren (Vermögen zwischen 100.000 und 1 Mio. US$) machen rd. 7,5 der Weltbevölkerung aus und besitzen mit den vorgenannten reichsten Menschen rd. 85 % des weltweiten Vermögens, während die ärmeren Menschen (mit weniger als 10.000 US$ Vermögen) über 73 % der Weltbevölkerung ausmachen, aber nur 2,4 % des Vermögens besitzen.
Was im Rahmen der Diskussion um Themen der Internetökonomie immer wieder betont wird ist, dass die Digitalisierung diesen Trend noch wesentlich verschärfen wird (siehe hierzu einen Beitrag aus dem Zeit-Herdentrieb-Blog) .
Anfang der 2000-er wurde im Zuge der ersten Welle der Interneteuphorie das Motto „The Winner takes it all“ gefeiert. Darauf folgte eine längere Konsolidierungsphase, die dann in der Blockchain-Euphorie ab 2015 mündete, um nunmehr in der Metaphase der“ Künstlichen Intelligenz“ zu landen. All diese Phasen der Internetökonomie hätten immer wieder Anlass gegeben, über die gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren. Den ganzen Artikel hier: Gibt es einen Backstop bei der Ungleichheit_22-03-19