Bitcoin und Aktienmärkte: Geht der Diversifikationsvorteil verloren?
Eine Analyse aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen zur Korrelation von Kryptowährungen und Aktienindizes
Bitcoin galt lange als eine weitgehend eigenständige Anlageklasse. Anders als Aktien repräsentiert Bitcoin keine Unternehmensbeteiligung, erwirtschaftet keine Gewinne und unterliegt keiner zentralen Geldpolitik. Gerade diese Unabhängigkeit machte Kryptowährungen für die Vermögensanlage interessant. Denn wenn sich ihre Kurse anders entwickeln als die Aktienmärkte, können sie zur Risikostreuung eines Portfolios beitragen.
Doch diese Vorstellung gerät zunehmend ins Wanken. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich Bitcoin und andere Kryptowährungen seit 2020 deutlich stärker im Gleichklang mit den traditionellen Aktienmärkten bewegen. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang mit amerikanischen Indizes wie dem S&P 500 und dem Nasdaq.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Werden Kryptowährungen mit ihrer zunehmenden Integration in das Finanzsystem zu einer weiteren riskanten Anlageklasse, deren Diversifikationsvorteile überschätzt werden?
Von der Unabhängigkeit zur zunehmenden Verflechtung
Ein Blick auf die empirischen Daten zeigt, wie stark sich die Zusammenhänge verändert haben.
2019 lag die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 bei ungefähr −0,11. Beide Märkte entwickelten sich damit weitgehend unabhängig voneinander. Im Jahr 2022 erreichte die Korrelation dagegen rund 0,59. Im ersten Halbjahr 2025 lag sie bei etwa 0,44, gegenüber dem Nasdaq sogar bei 0,50.
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