Zeitpräferenz und CO2-Emissionen
Der Sommer 2026 macht es schwerer denn je, den Klimawandel als Problem einer fernen Zukunft zu behandeln. Hitze, Dürre, Waldbrände, niedrige Flusspegel und Ernteausfälle treffen Landwirtschaft, Industrie, Verkehr, Energieversorgung, Tourismus und Gesundheit.
Niedrigwasser beeinträchtigt die Binnenschifffahrt, Unternehmen müssen Transporte verlagern, Landwirte benötigen mehr Bewässerung und selbst bisher gemäßigte Urlaubsregionen leiden unter extremer Hitze. Die Klimakrise ist damit längst auch eine Wirtschaftskrise (Finke/Ritzer/Salavati/Salzburger, Süddeutsche Zeitung, 2026).
Die Größenordnungen sind erheblich. Neuere Untersuchungen beziffern die kumulierten volkswirtschaftlichen Schäden des Klimawandels in Deutschland zwischen 2022 und 2050 – abhängig vom Klimaszenario – auf 280 bis 900 Milliarden Euro. Das DIW sieht darin seine bereits vor Jahren ermittelte Größenordnung möglicher Klimakosten bestätigt. Zwischen 2000 und 2021 sind in Deutschland bereits mindestens 145 Milliarden Euro Schäden durch Klimawandelfolgen entstanden (DIW, 2025).
Die Obergrenze von 900 Milliarden Euro ist schwer vorstellbar. Zum Vergleich: Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes umfasst 500 Milliarden Euro (Bundesfinanzministerium, 2026). Die möglichen Klimafolgekosten bis 2050 könnten also nahezu doppelt so hoch ausfallen.

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