Das Ende der ersten Crowdinvesting-Generation?
Die Insolvenz der OneCrowd-Gruppe mit ihren Plattformen Seedmatch, Econeers und Mezzany ist eine Zäsur. Sie markiert möglicherweise einen Wendepunkt für den deutschen Markt alternativer Unternehmensfinanzierungen. Ausgerechnet der Pionier des Crowdinvestings gerät in Schwierigkeiten – ein Ereignis, das grundsätzliche Fragen nach der Zukunft digitaler Finanzierungsplattformen aufwirft.
Als Seedmatch 2011 an den Start ging, galt das Konzept als Innovation. Erstmals konnten Privatanleger bereits mit geringen Beträgen in junge Unternehmen investieren. Crowdinvesting versprach eine Demokratisierung des Risikokapitals: Nicht mehr ausschließlich Venture-Capital-Fonds oder vermögende Business Angels sollten Zugang zu innovativen Start-ups haben, sondern auch private Anleger. Für viele Gründer schien sich damit eine Finanzierungslücke zu schließen, die Banken aufgrund hoher Risiken oft nicht bedienen konnten.
Heute, fünfzehn Jahre später, zeigt sich ein deutlich anderes Bild.
Ein Geschäftsmodell unter Druck
Die Insolvenz von OneCrowd macht deutlich, dass eine digitale Plattform allein noch kein tragfähiges Geschäftsmodell darstellt. Crowdinvesting-Plattformen leben im Wesentlichen von Vermittlungsprovisionen. Gleichzeitig finanzieren sie Unternehmen mit naturgemäß hohem Ausfallrisiko. Scheitern diese Unternehmen, verlieren Anleger Geld – und mit jedem Verlust sinkt auch das Vertrauen in die Plattform selbst.
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