Der Report von CoinDesk Research zur Stablecoin-Landschaft in Nordamerika zeigt eine Entwicklung, die man kaum noch als Randphänomen der Kryptoszene einordnen kann. Stablecoins entwickeln sich zu einer eigenständigen Finanzinfrastruktur – und genau darin liegt eine strategische Herausforderung für Europa.

Zunächst zu den Größenordnungen: Das globale Stablecoin-Volumen liegt aktuell bei rund 150–170 Milliarden US-Dollar (je nach Marktphase), mit jährlichen Transaktionsvolumina im Bereich von mehreren Billionen US-Dollar. Einzelne Netzwerke verarbeiten inzwischen Transaktionen im Umfang klassischer Zahlungsdienstleister. Besonders relevant: Ein erheblicher Teil dieser Volumina stammt nicht mehr aus dem Retail-Bereich, sondern aus institutionellen Anwendungen. Transaktionen im Millionenbereich sind keine Ausnahme mehr.¹

Damit verändert sich die Funktion von Stablecoins grundlegend. Sie sind nicht mehr nur ein Vehikel für Kryptohandel, sondern werden genutzt für
• Liquiditätsmanagement von Unternehmen
• grenzüberschreitende Zahlungen
• Settlement im Kapitalmarkt
Im Kern handelt es sich dabei um digitalisierte Dollarforderungen. Und genau hier liegt die geopolitische Dimension: Über 90 % der Stablecoins sind USD-basiert.² Das bedeutet, dass Stablecoins faktisch einen digitalen Dollarraum schaffen – unabhängig vom klassischen Bankensystem.

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