Die aktuelle Debatte über US-nahe Investoren in deutscher Energie-, Rüstungs- und Digitalinfrastruktur wirkt auf den ersten Blick wie eine Frage der Geopolitik. Doch sie verweist auf ein tiefer liegendes strukturelles Problem: Europa verfügt bis heute über keinen leistungsfähigen, integrierten Kapitalmarkt, der in der Lage wäre, strategisch relevante Unternehmen ausreichend mit Eigenkapital zu versorgen.
Nicht fehlende Ideen, nicht mangelnde Ingenieurskunst, sondern unzureichende Kapitalmobilisierung ist einer der zentralen Gründe, warum europäische Schlüsselunternehmen auf ausländische Investoren angewiesen sind.

Europa spart viel – investiert, aber schlecht
An Geld mangelt es Europa nicht. Die privaten Ersparnisse sind hoch, institutionelle Anleger verfügen über erhebliche Mittel. Doch diese Gelder finden nur begrenzt den Weg in produktive, wachstumsorientierte Investitionen. Die Europäische Zentralbank spricht seit Jahren von einem Allokationsproblem: Ersparnisse werden geparkt, aber nicht skaliert.
Ursachen sind bekannt:
• fragmentierte nationale Kapitalmärkte,
• unterschiedliche Insolvenz-, Steuer- und Aufsichtsregime,
• geringe Attraktivität von Eigenkapitalanlagen für Privatanleger,
• und schwache Exit-Möglichkeiten für wachstumsstarke Unternehmen.
Das Ergebnis ist ein struktureller Engpass – insbesondere dort, wo große Finanzierungssummen benötigt werden.

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