10 Prozent Bitcoin im MSCI-World-Portfolio
Aktuell sorgt eine einfache Rechnung für Aufmerksamkeit: Ein MSCI-World-Portfolio mit 10 % Bitcoin-Anteil hätte in den vergangenen fünf Jahren eine höhere Rendite erzielt als ein reines Aktienportfolio. Diese Beobachtung stammt aus einer Analyse, die historische Renditen zwischen MSCI World und einem 90/10-Portfolio vergleicht. Die zugrunde liegenden Daten und Ergebnisse finden sich im BTC-ECHO-Artikel „10 Prozent Bitcoin im MSCI-World-Portfolio: Wie stark ist der Renditeeffekt?“ (Link: https://www.btc-echo.de/news/10-prozent-bitcoin-im-msci-world-portfolio-rendite-223376/)
Die Zahlen sind korrekt – aber sie sagen noch nichts darüber aus, ob das auch ein robustes Anlageprinzip ist. Unser Blick richtet sich deshalb auf Stärken, Begrenzungen und die ökonomische Einordnung dieser These. Diese Fragestellung ist ein gutes Beispiel dafür, wie solche Portfoliodaten richtig eingeordnet und interpretiert werden können. Sie ist auch geeignet, die Bedeutung von Kryptowerten in der Vermögensbildung zu gewichten und insofern zentral.
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Rückblick ≠ Ausblick: Warum historische Performance alleine irreführend ist
Die zentrale Aussage der Analyse lautet:
Ein Portfolio mit 90 % MSCI World und 10 % Bitcoin hätte über fünf Jahre eine höhere Rendite erzielt als ein reines MSCI-World-Portfolio. BTC-ECHO nennt Beispiele: Das reine Aktieninvestment erzielte rund 86,2 % Rendite, während das 90/10-Portfolio bei etwa 94,0 % lag – ein relativer Mehrwert von etwa 7 800 € aus 100 000 € Startkapital. Bitcoin selbst gewann im Zeitraum laut Artikel rund 164 % hinzu .
Das ist rechnerisch sauber. Ökonomisch problematisch ist jedoch der Schluss von der Vergangenheit auf die Zukunft. Renditen historischer Zeitreihen sind nicht kausal, sondern beschreiben nur einen historischen Pfad. Bei einem so volatilen Asset wie Bitcoin hängt die Performance stark vom Start- und Endzeitpunkt der Messung ab. Beginnt man ein oder zwei Jahre früher oder später, sieht das Ergebnis oft ganz anders aus. Ohne rollierende Fensteranalysen lässt sich kein stabiler Vorteil quantifizieren. Rollierende Fensteranalysen betrachten nicht nur einen festen Zeitraum, sondern viele überlappende Zeiträume gleicher Länge mit unterschiedlichen Startpunkten. So wird sichtbar, ob ein Renditeeffekt strukturell stabil ist oder lediglich vom zufällig gewählten Beobachtungszeitraum abhängt.
Der ganze Beitrag: bitcoin und portfolio 01-26