Die Tokenisierung von Start-up-Beteiligungen wird zunehmend als Lösung für ein bekanntes Problem privater Kapitalmärkte dargestellt: die geringe Liquidität. Digitale Anteile, neue Sekundärmärkte und moderne technische Infrastrukturen sollen es Investoren ermöglichen, früher auszusteigen, Risiken zu senken und Kapital flexibler einzusetzen. Technologisch sind diese Konzepte heute erstaunlich weit entwickelt. Aus finanzökonomischer Sicht bleibt jedoch eine entscheidende Frage offen: Entsteht dadurch tatsächlich Liquidität – oder nur die Hoffnung darauf?
Diese Unterscheidung ist zentral, um Tokenisierung sachlich einzuordnen: als sinnvolles Werkzeug, aber nicht als automatische Lösung. Als konkretes Beispiel dient im Folgenden die von Tokenize.it angekündigte Sekundärmarkt-Infrastruktur, die hier nicht als Einzelfall, sondern stellvertretend für aktuelle Entwicklungen im Bereich tokenisierter Start-up-Beteiligungen betrachtet wird.
________________________________________
Was wird eigentlich tokenisiert?
Viele der vorgestellten Modelle beginnen mit einer wichtigen Klarstellung: Das Handelsregister bleibt unverändert. Die Gesellschafterstruktur einer GmbH wird nicht angetastet, Stimmrechte verbleiben bei Gründern und formellen Anteilseignern. Token repräsentieren keine Gesellschaftsanteile im rechtlichen Sinne, sondern wirtschaftliche Ansprüche – etwa auf Dividenden, Exit-Erlöse oder Liquidationserlöse. Häufig geschieht dies über Genussrechte oder virtuelle Beteiligungen.
Diese Trennung ist korrekt und wichtig. Sie verhindert falsche Erwartungen. Gleichzeitig bedeutet sie aber auch: Der Wert dieser Token hängt vollständig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab. Weder die technische Form noch ein möglicher Sekundärmarkt ändern etwas am unternehmerischen Risiko.
________________________________________
Der ganze Beitrag hier: Sekundärmärkte und Tokenisierung