Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen angekommen – zumindest dem Anspruch nach. Kaum ein Vorstand, kaum eine Strategiepräsentation kommt ohne Verweise auf KI, GenAI oder agentische Systeme aus. Gleichzeitig wächst das Unbehagen: Pilotprojekte gibt es viele, messbare Produktivitätsgewinne hingegen selten. Genau hier setzt die Studie „The GenAI Divide – State of AI in Business 2025“ des MIT an .
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1. Hohe Investitionen, ernüchternde Ergebnisse
Die Studie wertet über 300 öffentlich bekannte KI- und GenAI-Initiativen aus, ergänzt durch Interviews und Befragungen von Führungskräften. Der zentrale Befund ist deutlich: Rund 95 % der untersuchten GenAI-Projekte erzeugen bislang keinen messbaren wirtschaftlichen Mehrwert. Gleichzeitig existiert eine kleine Gruppe von etwa fünf Prozent der Projekte, die bereits signifikante Effekte auf Kosten, Erlöse oder Prozesse erzielen.
Diese extreme Spreizung bezeichnen die Autoren als „GenAI Divide“. Sie beschreibt keine technologische Grenze, sondern eine ökonomische und organisatorische Kluft zwischen Experimentieren und produktiver Wertschöpfung.
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2. Adoption ist nicht Transformation
Ein zentrales Missverständnis liegt in der Gleichsetzung von Nutzung und Nutzen. Zwar testen oder nutzen über 80 % der Unternehmen generative KI-Tools – meist Textassistenten, Chatbots oder Copilot-Lösungen. Doch diese Anwendungen erhöhen primär individuelle Effizienz, nicht die Produktivität ganzer Organisationen.
Der Schritt von der persönlichen Arbeitserleichterung zur strukturellen Veränderung bleibt oft aus. KI wird „on top“ eingeführt, während Prozesse, Entscheidungswege und Verantwortlichkeiten unverändert bleiben. Genau hier verpufft der ökonomische Effekt.

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