Gibt es eine schöne ökonomische Theorie? Vielleicht die Portfoliotheorie?
Es gibt nur wenige ökonomische Theorien, die den Alltag von Millionen Menschen nachhaltig verändert haben. Die Arbeitsteilung von Adam Smith gehört dazu, ebenso die makroökonomischen Überlegungen von John Maynard Keynes. In der Finanzwirtschaft nimmt die Portfoliotheorie von Harry Markowitz einen ähnlich herausragenden Platz ein.
Ihr Erfolg beruht nicht auf komplizierter Mathematik. Ihr Erfolg beruht auf einer einfachen, aber tiefgreifenden Erkenntnis:
Die Zukunft ist grundsätzlich ungewiss. Deshalb besteht kluges Investieren nicht darin, den einen Gewinner vorherzusagen, sondern Unsicherheit intelligent zu organisieren.
Diese Aussage klingt zunächst selbstverständlich. Tatsächlich markiert sie jedoch einen fundamentalen Perspektivwechsel. Vor Markowitz konzentrierten sich Anleger vor allem auf die Frage, welche Aktie, welche Anleihe oder welches Unternehmen die höchste Rendite verspricht. Die Portfoliotheorie stellte erstmals das Gesamtportfolio in den Mittelpunkt. Entscheidend ist nicht die Qualität einer einzelnen Anlage, sondern das Zusammenspiel aller Anlagen.
Diese Denkweise ist heute selbstverständlich. Gerade deshalb wird leicht übersehen, wie tiefgreifend sie war.
Eine Theorie mit erstaunlicher praktischer Wirkung.
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