KI und Arbeitsmarkt: Produktivitätskurve J
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 wird intensiv darüber diskutiert, ob Künstliche Intelligenz Millionen Arbeitsplätze vernichten wird. Die Realität entwickelt sich bislang deutlich differenzierter. Zwar sind die großen Arbeitsplatzverluste ausgeblieben, doch inzwischen mehren sich die Anzeichen dafür, dass KI den Arbeitsmarkt spürbar verändert. Dabei geht es weniger um eine einfache Verdrängung von Beschäftigten als um eine tiefgreifende Umstrukturierung von Aufgaben, Qualifikationen und Karrierewegen.
Die entscheidende Entwicklung besteht darin, dass viele Unternehmen nach einer Phase des Experimentierens nun beginnen, KI produktiv einzusetzen. In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Summen in Software, Rechenleistung und Schulungen investiert. Erst jetzt entstehen daraus messbare Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und Personalentscheidungen. Genau hier zeigt sich ein Phänomen, das der MIT-Ökonom Erik Brynjolfsson als Produktivitäts-J-Kurve beschreibt: Neue Technologien verursachen zunächst Kosten und organisatorische Reibungsverluste, bevor die eigentlichen Produktivitätsgewinne sichtbar werden.
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