Perpetual Futures, oft einfach „Perps“ genannt, gehören zu den wichtigsten Innovationen im Kryptomarkt. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein weiteres Derivat. Bei genauerer Betrachtung zeigen sie jedoch, wie sich Finanzmärkte unter digitalen Bedingungen grundlegend verändern – hin zu mehr Geschwindigkeit, Standardisierung und globaler Verfügbarkeit.

Der entscheidende Mechanismus hinter Perpetual Futures sind die sogenannten Funding Rates. Anders als klassische Futures haben Perps kein Ablaufdatum. Damit entfällt auch der in traditionellen Märkten übliche Rollover, also das regelmäßige Rollen auslaufender Kontrakte. Gleichzeitig fehlt jedoch ein zentraler Mechanismus, der den Preis automatisch an den Kassamarkt bindet. Genau hier setzen Funding Rates an. Trader zahlen sich in regelmäßigen Abständen gegenseitig Beträge. Wenn viele Marktteilnehmer auf steigende Kurse setzen, zahlen Long-Positionen an Short-Positionen; überwiegen Short-Positionen, dreht sich der Zahlungsstrom um.

Ökonomisch ist das ein einfacher, aber wirkungsvoller Mechanismus: Die dominierende Marktseite wird belastet, wodurch ein Anreiz entsteht, Ungleichgewichte abzubauen. Der Preis des Perpetual-Kontrakts wird so in Richtung des Kassapreises gelenkt. Allerdings handelt es sich nicht um eine perfekte Bindung. Anders als bei klassischen Futures gibt es keine garantierte Konvergenz zu einem festen Zeitpunkt. Vielmehr entsteht ein „weiches“ Gleichgewicht, das durch Marktverhalten, Erwartungen und Kapitalflüsse bestimmt wird. Funding Rates stabilisieren den Preis, ersetzen aber keine vollständige Arbitragebindung.

Hier zum ganzen Beitrag: Perp Futures