Das Projekt Ethereum

Ethereum ist eine weiter gefasste Ausprägung der Blockchain-Technologie, die eine Plattform darstellt, auf der Programmmierer und Entwickler verschiedene Dienste und dezentrale Anwendungen in Form sog.“Smart Contracts“ kreieren. Ethereum ist auch mit einer Währung verknüpft (Ether), die ale Transaktionsvehikel, aber auch als Sicherungsinstrument genutzt werden kann. Im Gegensatz zu Bitcoins hat das Projekt Ethereum eine größere Dimension, denn Ethereum soll zukünftig eine Plattform für dezentrale Dienste und Organisationen darstellen. Zitat von BTC-Echo:

„Bei vielen Blockcahins wie Bitcoin oder Ethereum werden Server und Clouds durch tausende von so genannten “Nodes” ersetzt, die von Freiwilligen aufgesetzt werden. Klassisch, d.h. im Fall von Bitcoin, leisten diese eine wichtige Aufgabe bei der Aufrechterhaltung des Payment-Netzwerkes: sie überprüfen und speichern jeden Block in der Blockchain und überprüfen auch die einzelnen Transaktionen, die mittels der Ethereum eigenen digitalen Währung Ether abgewickelt werden. In der Welt von Ethereum redet man hier auch weniger von einer digitalen Währung, sondern vielmehr von “Gas” oder Treibstoff der für die Aufrechterhaltung des Netzwerks benötigt wird.

Im Fall von Ethereum sind es so genannte ”Smart Contracts”, die aus diesem Netzwerk einen dezentralen Computer machen. Smart Contracts sind, wie der Name suggeriert, intelligente Verträge, d.h. kleine Programme, welche auf dem Ethereum-Netzwerk laufen und beispielsweise Transaktionskonditionen von Ethereum regeln können. Die Nodes sind also neben den genannten Aufgaben bei Ethereum auch zur Prozessierung dieser Verträge verantwortlich.“ Golem bietet hier eine gute Einführung in die Ethereum-Thematik.

Eine interessante Karriere hat Joe Lubin, der Mitbegründer des Projektes Ethereum, hinter sich. Er war Banker bei Goldman Sachs und er war Musiker, bis er 2014 das Projekt Ethereum mit auf den Weg brachte. In dem hier beigefügten Link zu Consensys finden Sie u. ein Gespräch mit Joe Lubin, der das Projekt erklärt.

Cryptowährungen wie Bitcoin und Smart Contracts werden in Zukunft noch stärker Thema dieses Blogs sein, denn sie sind Ausdruck der Dominanz der Internetökonomie.
Hier nun der Link zu dem Blockchain-Video.

Zusätzlich verweise ich auf eine visuelle Erklärung der Blockchain in diesem Video!

Tag der Arbeit

In dem folgenden Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 1.5.17 wird deutlich gemacht, dass unsere wirtschaftliche Zukunft und das Selbstverständnis der Menschen in der Zukunft weniger von der Arbeit abhängen wird. Wer sich fragt, wieso die Politiker die Menschen mit der Mär einer weiteren Industrialisierung einzufangen versuchen, sollte nicht allzu überheblich sein: es mangelt an alternativen Stories! Dieser Mangel wird auch angesichts der theoretischen Aspekte der Wirtschaftswissenschaften deutlich – nicht umsonst wird ständig auf einen Klassiker verwiesen, der vor fast 200 Jahren geboren wurde (Karl Marx). Leider ist die Zerfaserung der Wirtschaftswissenschaften, die einhergeht mit einer verstörenden Ideologisierung, nicht geeignet, hilfreiche Zukunftskonzepte zu entwickeln. Dabei können die Ansätze einer Maschinensteuer, ein mögliches Grundeinkommen oder breit aufgestellte Vermögensabgaben in einer Gesamtschau auf etwas hinaus laufen, was den Herausforderungen der Internetökonomie gerecht wird.

„Das Sein bestimmt das Bewußtsein“

Es kommt immer wieder zu interessanten Kommentaren in den Medien – so auch der Artikel von Prof. Sinn zu Marx
Interessant insofern, dass Prof. Sinn in dieser kurzen Abhandlung die Bedeutung des Karl Marx für die Makroökonomie hervorhebt. Dabei wird die ideengeschichtliche Dimension deutlich…mehr aber auch nicht. Keiner der Ökonomen..seien es die Klassiker oder oder die Neoklassiker …. können die wirtschaftliche Zukunft wirklich richtig einschätzen. Der Punkt ist der: das Sein bestimmt zwar das Bewusstsein, aber die Technologie bestimmt das Sein. Es geht nicht anders: wir sind an einem Punkt angekommen, wo die Mikroökonomie die Makroökonomie endgültig dominiert. Wenn wir in Zukunft Geld errechnen können (Bitcoin) oder die Technologie uns in die Lage versetzt, die Produktion von Gütern von der menschlichen Arbeitskraft endgültig abzukoppeln, was bringt uns da die „klassische oder auch neoklassische“ Ökonomie?

Crowdfunding und Blockchain-Technologie

Die Verknüpfung von Blockchain-Technologie und Crowdfunding wird in folgender Abhandlung von Michael Gebert aufgegriffen. Sehr interessant und damit auch ein Thema für mein bald erscheinendes Buch „Die Finanzwirtschaft in der Interetökonomie“. Natürlich wird hier noch viel anwendungsorientierte Forschung von nöten sein, aber es ist absehbar, dass sich Crowdfunding besonders gut für die Anwendung von Blockchain-Technologie eignet. Die Banken bereiten sich ja auf die neue Technologie vor (hier Handelsblattartikel Online von gestern 24.01.17) und damit nimmt die Technologie ihren Anlauf!

Und hier noch ein Literaturhinweis: Don Tapscott/Alex Tapscott: Blockchain Revolution….

Jetzt waren es nur noch 8……………

Die Verteilungsaspekte unserer Marktwirtschaft, die dieser Blog als Internetökonomie klassifiziert, werden immer stärker in Vordergrund der wirtschaftspolitischen Diskussion gestellt. In folgendem Beitrag in der FAZ-Online vom 16.1.17 geht der Ökonom Stiglitz auf das Thema ein.

Die surreale Situation, in der sich die Welt gerade befindet, bringt heute Oxfam auf den Punkt: Die reichsten 8 Milliardäre haben mehr als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung (vor einem Jahr waren es noch über 60). Es ist eigentlich egal ob es 8 oder 80 sind – es ist auf alle Fälle beachtenswert, wie sich die Verteilungsspirale zuungunsten der ärmeren Weltbevölkerung entwickelt. Hier drohen schwere Auseinandersetzungen und soziale Krisen, die auch in Krieg und Systemeinschränkung münden können. Wer will die Fahne der Marktwirtschaft noch hoch halten, wenn die Menschen sie nicht mehr akzeptieren können? Wenn nur noch einige Wenige wirklich die großen Sahnstücke bekommen und viele andere nur die Krümel, dann funktioniert das so wichtige Anreizsystem der Marktwirtschaft und damit auch der Internetökonomie nicht mehr. Leider ist die ökonomische Forschung hier nicht sehr hilfreich – natürlich gibt es Shiller, Piketty und Stiglitz und einige andere dazu – aber die Mainstreamökonomie hinkt hinterher, genauso wie sie vor der Finanzkrise keinen wirklichen Beitrag geleistet hat. Die Rolle des Staates und der Staatengemeinschaft muss neu definiert werden (siehe den nachfolgenden Beitrag). Die Ökonomen sollten diskutieren:

– wie können weltweit Mindeststeuerstandards erreicht werden, die dazu auch ökologisch sinnvoll wären?
– warum werden die Steuervorteile der Fremdfinanzierung nicht beschnitten (geringere Bedeutung des Tax shields)?
– wann endlich wird der Staat wieder aktiver in Sachen Investitionsförderung und Humankapitalentwicklung (Ausbildung…)?
etc…………

Die jetzt beginnende Epoche des Populismus mit Trump an der Spitze kann schwerwiegende Konsequenzen für die Gesellschaften und die Weltpolitik haben – in den USA wählen frustrierte Menschen einen Trump und Engländer einen Brexit, weil sie denken, den sog. Eliten damit eines auszuwischen. Doch wie kommen diese Wähler dazu anzunehmen, dass dies zu ihrem Vorteil gereicht? Eigentlich sind die Muster immer dieselben: verhetzte Menschen lassen sich in die Irre leiten und wundern sich dann über die Konsequenzen! Die Medien hängen an den Lippen von Trump, der durch seine Tweets kein einziges Sachproblem lösen wird, aber zur Ablenkung beiträgt……

Hier übrigens ein guter Artikel zur aktuellen Trump-Diskussion (Stand 16.1.17): da sich ja die historischen Ereignisse überschlagen (Trump hat in einem akturellen Interview so nebenbei die Nato obsolet erklärt und die EU verunglimpft – den Brexit für gut befunden) möchte ich das hier anfügen….

Die Rolle des Staates neu denken…..

Es ist augenfällig, dass die sich entwickelnde Internetökonomie nicht denkbar wäre ohne staatliches Zutun. In folgender Analyse von perspective-daily.de (abgerufen 17-12-16) wird dies dargelegt.

Die wirtschaftswissenschaftliche Lehre des vollständigen Marktes hat in den letzten Jahrzehnten die ökonomische Forschung und Lehre dominiert. Die Rolle des Staates wurde eher defensiv definiert. Die in diesem Blog oft erörterten Verteilungswirkungen der modernen Techniken sind in einem Zusammenhang mit der Wirkungsweise des Staates zu diskutieren. Auch eine Sharing-Ökonomie oder eine Netzwerkwirtschaft stellt nur einen mikroöokonomischen Ausschnitt der gesamten Wirtschaft dar. Zweifelsohne ist die Rollenbeschreibung für den Staat umfangreicher geworden; andererseits ist die bürokratische Ausrichtung des Staates hinderlich, aber wenn es um Verteilungsgerechtigkeit und Risikobeherrschung geht, ist die Bedeutung des Staates in Zeiten der Internetökonomie besonders hervor zu heben. Wer trägt die Risiken der Grundlagenforschung? Wer soll die Auswirkungen disruptiver technischer Entwicklungen für die Gesellschaft in den Griff bekommen? Die Sozialwissenschaften sind hier vor große Herausforderungen gestellt und der Verweis auf veraltete theoretische Grundmuster hilft nicht mehr weiter.

Plurale Ökonomik und was dann?

Die Forderungen nach einer stärker pluralen Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre sind verständlich – siehe diesen FAZ-Online-Artikel vom 3.12.16 und nachvollziehbar. Aber dennoch gilt: das wissenschaftliche Gebäude, das existiert, wird nach dem Wissenschaftstheoretiker Kuhn erst dann vollständig zur Disposition stehen, wenn ein neues Gebäude erbaut werden kann…und dies ist zurzeit nicht absehbar. Im Übrigen dürfte die Internetökonomie in solch einem Gebäude eine maßgebliche Säule darstellen, denn ohne die Rolle des Netzes würde eine solches Theoriengebäude wanken!

Distributed Ledger Technology and Smart Contracts

In folgender Studie von Capgemini smart_contracts_paper_long wird der Zusammenhang zwischen den Anforderungen der Internetökonomie und der Finanzwelt verdeutlicht. Diese technologische Möglichkeit wird für alle Vertragsbeziehungen im Finanzwesen interessant sein (Retailkredite, Wertpapiergeschäfte, Clearing etc.) – aber vor allem auch für die Finanzierung von Start Ups und kleinen Unternehmen, denn die Reduktion von Transaktionskosten wird das Crowdinvesting und das Crowdlending beflügeln – wenn die Regulierung mitmacht, können auch Kreditfabriken und die Emission von Smart Bonds oder Smart Aktien die Finanzwirtschaft in ein neues Licht tauchen……….
In diesem Blog werden Sie dazu noch einiges lesen…….

Zur Einführung in die Thematik Blockchain verweis ich auf dieses Youtube-Video.