Archiv Juli 2020

Warum mal nicht über das Ganze schauen?

Ein kurzer Einwand zu den Mainstream-Meinungen, die sich angesichts der Corona-Pandemie, der drohenden ökologischen Katastrophe und der drohenden Rezession eigentlich nur durch sich immer wiederholende, teilweise einfältige Analysen einbringen (und natürlich auch gehört werden); aber ist das ganze „Ding“ nicht einfach zu groß, um es so abzutun?
Ein Virus ist über die Welt gekommen und hat die Weltwirtschaft lahmgelegt und rd. 1/3 der Weltbevölkerung in den Shutdown gebracht, das Klima wird sich erwärmen und zwar um mehr als 2 Grad (wenn man kein notorischer Optimist ist, muss man das annehmen) und die aktuelle Depression (aus irgendwelchen Gründen sprechen alle lieber von der harmlosen Rezession) wird durch eine Verschuldungsorgie bekämpft, die ihresgleichen sucht. Man möchte ja kein Spielverderber sein und als Keynesianer erst recht nicht.
All dies kann nicht getrennt voneinander gesehen werden. Ökonomen neigen zu verkürzten Modellsichten, die nicht unbedingt immer hilfreich sein können. Daher: es muss grundlegend gezweifelt werden, ob die Märkte und die Politik diese Gemengelage einfach mit alten Rezepten in den Griff bekommen werden.
Die Ausarbeitung von Alternativen ist leichter gesagt als getan: die alternative Internetökonomie hat einen ordentlichen Schub bekommen, kann aber das sich ausbreitende Loch nicht füllen. Verantwortliche Wirtschaftspolitk müsste heute klare Schnitte machen: keine Kohlesubventionen mehr, konsequente Forschungsförderung, ein wirkliches Grundeinkommen und die Förderung aller dezentraler Wirtschafts- und Finanzierungsformen.
Die Mehrwertsteuersenkung ist genauso wenig wirksam und teuer wie eine Subventionierung des Flugverkehrs oder der Reiseindustrie. Es mag etwas schwülstig anmuten, aber der Virus hat die Macht übernommen und uns einige Aufgaben gestellt und uns vielleicht den einen oder anderen Gefallen getan. Warum tun wir uns so schwer, das wirklich zu analysieren?