Archiv Montag 30th 2017f Oktober 2017 06:59:36 PM

Warum alternative Finanzierungen?

Der Wunsch nach alternativen Finanzierungen für KMU’s und Start-ups ist ungebrochen, dennoch sprechen die Daten eine ziemlich eindeutige Sprache. Nur 17 Mio. € wurden in Deutschland in den ersten 3 Quartalen für Crowdfunding von Start-ups und kleinen Unternehmen (im Immoblilienbereich sind es 100 Mio. € in diesem Zeitraum) eingesammelt – siehe hierzu die aktuellen Marktdaten von Crowdfunding Marktdaten. Für den Unternehmensbereich sind das zwar Steigerungen von über 20 % gegenüber dem Vorjahr (in den ersten 3 Quartalen), dennoch sind die Zahlen mehr als ernüchternd. Das Statistische Bundesamt nennt ein paar höhrer Zahlen für Crowdinvesting in Unternehmen (für 2017 werden rd. 57 Mio. € in Deutschland prognostiziert – verglichen mit 148 Mio. € für Frankreich und 778 Mio. € für Großbritannien). Die Zahlen unterschiedlicher Quellen unterscheiden sich zuweilen deutlich.

Der Immobilienboom beim Crowdfunding in Deutschland kommt nicht von ungefähr, denn die Deutschen haben in den letzten Jahren vermehrt in (eigene) Immobilien investiert. Bezeichnend scheint auch das Aktienengagement der Deutschen mit dem sich nur schwach entwickelnden Crowdinvestingmarkt korreliert.
Was sind die Ursachen? Die Ursachen sind schwer auszumachen: nur die Regulierung hier zu nennen, würde zu kurz greifen. Es gibt in der Öffentlichkeit häufig ein Interesse an Crowdfunding, wenn ein Projekt gescheitert ist. Was fehlt, ist eine eindeutige Ausrichtung der Finanzwirtschaft in Richtung innovativer Konzepte. Natürlich wird die Blockchain-Technologie hier eine Weiterentwicklung ermöglichen, aber die moderen Finanzwirtschaft lebt nicht nur von neuen Technologien und Produkten (zu den ICO’s habe ich unten etwas ausgeführt!), sie lebt von der Überzeugung, dass neue Finanzierungsformen möglich, erfolgreich und vor allem sehr hilfreich für Unternehmen und Start-ups sein können. Alternative Finanzierungen wie Crowdfunding sind am Beginn der Reifephase, aber ohne mediale Unterstützung und – ja auch – staatliche Unterstützung wird es nicht gehen. Aufklärungsarbeit tut not – hier sollten sich die Plattformen mit ihren Verbänden intensiver zusammen tun und für die „neue Finanzwirtschaft“ werben. Die Unternehmen und Start-ups erkennen noch viel zu selten das Potential dieser Modernisierung.
Crowdfunding und Crowdinvesting werden natürlich wachsen, aber zum „Abheben“ braucht es gemeinsame Anstrengungen; vielleicht bilden die ICO’s da eine hilfreiche Weiterentwicklung an.

Hier ein aktueller interessanter Eindruck, was sich zurzeit in der „Szene“ tut…..der autonomus-next-newsletter-auszug_30-10-17.

ICO’s, Finanzierungsnetzwerke, Ethereum-Projekte…………

Die Zeit ist extrem schnelllebig….nach der Veröffentlichung meiner „Finanzwirtschaft in der Internetökonomie“ bei Springer haben schon die Arbeiten an der nächsten Auflage in 2 Jahren begonnen.
Daher auf diesem Blog ein paar Schlaglichter:

Wie sieht es mit den ICO’s aus, die gerade oft besprochen werden (Initial Coin Offering). Näheres hierzu auf diesem Blockgeek-Tutorial! – hier werden auch Tutorials für Blockchainanwendungen gepostet – und bei Smith+Crown können Sie Analyseberichte und Hintergrundinformationen zu den ICO’s erhalten.

Ein besondere Herausforderung sind diese neuen Technologien schon, aber die unregulierte Entwicklung von ICO’s bringt große Unsicherheiten mit sich; andererseits ist es schon bemerkenswert, wenn die Technologie das Funding von großen Summen in kürzester Zeit (On June 12, 2017, an Ethereum based called Bancor held its ICO. It raised $153 million in 3 hours. No, you are not reading it wrong, 153 million…..in 3 hours!!!) ermöglich: dies muss intensiver untersucht werden! Die Forschung ist hier ganz in den Anfängen; die reale Entwicklung wird folglich kaum durch die Forschung erfasst.

Sollte die Blockchaintechnologie in ihren Ethereum- und ICO-Anwendungen große Fundingquellen freisetzen, dann können wir an dieser Stelle nur auf eine beschleunigte Rahmengebung – auch durch die Finanzregulierung – hoffen, damit die Anwendungen fruchtbar werden können. Die Vorstellung, Projekte können durch eine Ethereumanwendung und durch eine eigene Kryptowährung schnell finanziert werden, hat große Reize: damit wäre die P2P-Finanzierung einen großen Schritt weiter gekommen.