Archiv Samstag 19th 2016f März 2016 02:33:01 PM

Helikopterphilosophie – warum die herrschende Geldpolitik ins Aus führt…

Auch wenn sicherlich umstritten ist, inwieweit die Helikopterphilosophie von Milton Friedman den heutigen Bedingungen der Geldpolitik entspricht, so ist es doch eindeutig so, dass EZB-Chef Draghi am Ende seine Lateins angekommen ist (der diese Überlegung mit dem Geldabwerfen mittels eines Helikopters auch nicht für völlig unrealistisch hält…). Draghi wünscht sich Unterstützung von der staatlichen Fiskalpolitik (Artikel in der Zeit vom 10.03.16) – eigentlich nicht verwunderlich, weil die Konsequenzen seiner Geldpolitik ernüchternd sind. Denn Nullzinsen bedeuten auch das Ende von zahlreichen Sparbemühungen von Kleinsparern, die leider nicht anders wissen mit ihrem wenigen Geld umzugehen, als es auf negativ verzinste Sparkonten zu frachten, die keiner mehr will. Diese ökonomische Schieflage – so viele Bereiche, die eigentlich Geld benötigen und andererseits Geld auf der „Müllhalde“ – ist Ausdruck einer grandiosen Fehllenkung von Ressourcen, und die meisten Ökonomen stehen mehr oder weniger ratlos davor.

In einer so dynamischen Zeit (zum wiederholten Maße wird die Internetökonomie an dieser Stelle auf den ihr gebührenden Sockel gehoben) immer wieder mit völlig veralteten Instrumenten zu arbeiten, deutet auf ein derart konservatives Verständnis von Wirtschaft hin, dass die Folgen davon sehr hart sein können. Die zeitgleichen Verwerfungen in der Weltwirtschaft (Stagnation in wichtigen Märkten, Verschuldungsproblematik, neue technische Herausforderungen, Armutsschere weltweit, vernachlässigte Infrastruktur etc.) gehen einher mit der oben genannten Fehllenkung. Neue Konzepte werden im großen Stil nicht erörtert – man bleibt in alten Bahnen und sieht nicht, dass es einer notwendige Renovierung (oder auch Auslöschung) der alten Strukturen bedarf. Der Blick wird daher in Zukunft eher auf Mikrostrukturen gelenkt und weniger auf die großspurigen Makrostrukturen. Daher der Schwerpunkt dieses Blogs: Ausgangspunkt sind die Möglichkeiten der algorithmischen Lenkung und der P2P-Strukturen (also der Blick auf den durch die Internetökonomie ermöglichten direkten Finanz- und Ressourcenaustausch z.B. zwischen Anlegern und Anlegern oder Anlegern und Unternehmenseinheiten….). Dies scheitert noch an der Bereitschaft der Menschen, diese neue Welt wirklich anzuerkennen, obgleich sie mitten darin sind…………