Archiv Freitag 24th 2014f Oktober 2014 11:11:57 AM

Geldvermögen in Deutschland und die Alternativen für die Anlage

Wenn wir uns in diesem Blog oder an anderer Stelle Gedanken machen, wie denn das Anlageverhalten der Bürger in Richtung mehr Eigenständigkeit und weniger Bankenabhängigkeit gestaltet werden könnte (auch durch Crowdinvesting z.B.), dann ernüchtern die Zahlen der Statistik:

statistic_id153566_struktur-des-geldvermoegens-der-privaten-haushalte-2013

In Deutschland hatten die Bürger 2013 ein Geldvermögen in Höhe von rd. 5.152. Mrd. €, davon landeten der Statisitk oben folgend 71 % bei Banken und Versicherungen und nur 4 % in sonstigen Beteiligungen.

Für Crowdinvesting (also nur die Investition in Start Ups und nicht in sonstige Crowdfundingprojekte) wurden von 2011 bis zum zweiten Quartal 2014 rd. 28 Mio. € eingsetzt – dies nur eine Zahl zum Vergleich (das wären bezogen auf 2013 rd 20 Mio € oder weniger als 0,0004 %)

Strafgebühren auf Bankeinlagen – der Wahnsinn der momentanen Geldpolitik nimmt seinen Lauf………

Momentan häufen sich Meldungen, dass Banken von Unternehmern und anderen Strafgebühren auf Einlagen verlangen. Damit wird deutlich, dass die vorherrschende Geldpolitik endgültig in die von Keynes theoretisch für möglich gehaltene Liquiditätsfalle getappt ist. Trotz aller historischen Erfahrungen und trotz so vielfältiger empirischer Forschung sind die Geldpolitiker und Finanzpolitiker in alle möglichen Sackgassen geraten, in denen sie nur geraten konnten. Zum einen wird zurecht eine Regulierung von Banken betrieben (u.a. Basel 3), zum anderen werden Banken zur Kreditvergabe gedrängt, dabei wird der elementare Risikoaspekt in den Hintergrund gedrängt, der vor allem von Makrorisiken geprägt wird. Der ökonomische Sachverstand der Politik und der Administration nimmt mal wieder eine Auszeit.

All dies geschieht vor dem Hintergrund einer europaweiten Stagnation auf den Gütermärkten (mit Ausnahme des deutschen Exporterfolges), die den Eindruck einer in vielen Länder sehr hohen Arbeitslosikgeit (vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen) im Nebel der vielen kleinen Schattenkämpfe der europäischen Politiker verblassen lässt. Die Situation ist derart dramatisch, dass es der Bevölkerung nicht zugemutet werden kann, hier tiefer nach Ursachen und Auswirkungen zu suchen. Nur letztendlich wird die Frage auf die Entscheider zukommen: wollt ihr wirklich ein staatliches Verschuldungsverbot, dass zu einer Deflation und extremen Destabilisierung führt oder nicht doch lieber etwas mehr Inflation, dafür aber mehr Stabilität auf den Gütermärkten? Genau bei diesem Punkt müsste die Diskussion ansetzen, und nicht dabei, noch mehr nicht gewolltes Geld in die ertrinkenden Märkte zu pumpen…..