10 Jahre Bitcoin

Vor 10 Jahren wurde der erste Bitcoin gemint. Seit 3 Jahren ist der Bitcoin in aller Munde – er ist der Ausdruck einer essentiellen Neuerung. Dabei verwundert es nicht, dass er von vielen Seiten kritisiert wurde und als gefährlich dargestellt wurde und wird. Ist man in den Fängen der alten Finanzmarktordnung verfangen, dann ist eine Kryptowährung eine Gefahr. Dabei soll nicht herunter gespielt werden, dass die Volatilität eine Herausforderung darstellt (lt. https://www.buybitcoinworldwide.com/de/volatilitatsindex liegt die Monatsvolatilität gegenüber dem Dollar zurzeit bei über 4 % und im Laufe der letzten 9 Jahre erreichte sie auch schon einmal über 14,5 % – verglichen mit der Volatilität einer Fiatwährung wie dem Euro gegenüber dem Dollar von 0,5 bis 1 %). Zudem sollen die Sicherheitsrisiken nicht klein geschrieben werden, die die Kryptowährungen immer noch auszeichnen.

Nein, es wird einfach mal die Hypothese verfolgt, dass eine neue Technologie, die auch eine Währung abbildet, auch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Was im Zentrum des Bitcoin steht, ist seine Netzwerkorientierung. Die Währung und das Spekulationsmittel Bitcoin, das auf dem Weg zu einem Vermögensgegenstand ist, ist nach seinem Protokollgeber und Erfinder Satoshi Nakamoto ein Währungssystem, welches den sicheren Transfer einer Geldeinheit im Rahmen eines Peer-to-Peer-Netzwerkes direkt von Rechner zu Rechner ermöglicht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vertrauen in Institutionen ist dabei nicht mehr erforderlich. Dieses wird ersetzt durch einen kryptografischen Sicherungsprozess. Was das nun für die vielen Finanzinstitutionen der Welt bedeutet? Nun ja, es bedeutet nicht unbedingt ihr Ende, aber doch eine starke Beeinträchtigung ihrer Bedeutung.

Dies ist vor 10 Jahren nach der Finanzkrise auf den Weg gebracht worden, bei dem Banken die Welt an den Rand des Finanzzusammenbruchs gebracht haben. Wir wollen an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass die über ICO’s herausgegebenen Utilitytoken – über deren Misserfolg schon zurecht oft berichtet wurde – anders zu beurteilen sind, als der Bitcoin. Der Bitcoin ist universeller und er ist eine Ankergröße, die nicht von einzelnen Projekten abhängt. Die Skalierungsschwächen und Nutzungsschwächen werden erforscht und es gibt vielleicht Lösungen dafür (z.B. das Lightning-Netzwerk für eine verbesserte Performance).

Das Thema Sicherheit muss ebenfalls immer im Fokus sein – aber ansonsten ist der Bitcoin eine Innovation, die mit der Einführung des Papiergeldes im China des 11. Jahrhunderts und des Buchgeldes in Italien im Spätmittelalter vergleichbar wäre. Bitcoins können darüber hinaus heute in erster Linie zur Portfoliobereicherung und zur Finanzierung internationaler Transaktionen genutzt werden – hier haben sie einen echten Transaktionskostenvorteil (Kosten um die 1 % im Vergleich zu über 2 % herkömmlicher Währungstransaktionen). Ein weiterer Aspekt: Bitcoins wären noch da, wenn eine heftige Krise die Finanzmärkte durchschütteln würde und die Menschen Angst um ihr Fiatgeld hätten: wer kann solch eine Krise heute ausschließen?

Dieser Beitrag ist am 12.Januar 2019 auch bei Wallstreet-Online erschienen.