MeisCon: Finanzierungsberatung auf hohem Niveau

MeisCon unterstützt Sie bei Gründungsprozessen, hilft bei der Finanzierung (vor allem über Crowdinvesting und Lending) und checkt Ihre Businesspläne.
Darüber hinaus beraten wir kleine und mittlere Unternehmen in Finanzierungsfragen und helfen bei der Finanzierung über ein eigenes Partnernetzwerk und natürlich über Crowdinvesting und Crowdlending. Seit Januar 2019 akzeptieren wir auch Bitcoin und Ether!
Melden Sie sich bei uns (nebenstehend den Link unter A). Wir freuen uns!

Ungleichheit in der Internetökonomie

Oxfam hat Ende Januar 19 wieder eine Studie zur Ungleichheit der Vermögensverhältnisse auf der Welt veröffentlicht. So wie jedes Jahr, wenn sich Politiker und Wirtschaftsführer in Davos treffen. Dabei wird ein Trend verdeutlicht, der schon seit vielen Jahren thematisiert wird. Die Ergebnisse sehen so aus:
• In den zehn Jahren seit der Finanzkrise hat sich die Zahl der Milliardär*innen weltweit nahezu verdoppelt und ihre Vermögen stiegen im Durchschnitt mit 11 Prozent im Jahr.
• Dramatisch zurückgegangen ist zuletzt auch das Tempo, in dem extreme Armut reduziert wurde: Es hat sich seit 2013 halbiert. In Afrika südlich der Sahara steigt die extreme Armut sogar wieder an.

Es gibt mittlerweile über 2000 Dollar-Milliardäre auf der Welt (Quellen für die Daten: Stat. Bundesamt), die reichsten 1 % der Weltbevölkerung (Vermögen über 1 Mio. US$) besitzen rd. die Hälfte des gesamten Vermögens , die etwas Reicheren (Vermögen zwischen 100.000 und 1 Mio. US$) machen rd. 7,5 der Weltbevölkerung aus und besitzen mit den vorgenannten reichsten Menschen rd. 85 % des weltweiten Vermögens, während die ärmeren Menschen (mit weniger als 10.000 US$ Vermögen) über 73 % der Weltbevölkerung ausmachen, aber nur 2,4 % des Vermögens besitzen.
Was im Rahmen der Diskussion um Themen der Internetökonomie immer wieder betont wird ist, dass die Digitalisierung diesen Trend noch wesentlich verschärfen wird (siehe hierzu einen Beitrag aus dem Zeit-Herdentrieb-Blog) .
Anfang der 2000-er wurde im Zuge der ersten Welle der Interneteuphorie das Motto „The Winner takes it all“ gefeiert. Darauf folgte eine längere Konsolidierungsphase, die dann in der Blockchain-Euphorie ab 2015 mündete, um nunmehr in der Metaphase der“ Künstlichen Intelligenz“ zu landen. All diese Phasen der Internetökonomie hätten immer wieder Anlass gegeben, über die gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren.

Im Wesentlichen ist der Befund klar: Lock-In und Netzwerkeffekte schaffen Marktmacht und begünstigen die Monopolisierung digitaler Märkte. Die Internetökonomie wird ohne staatliches Eingreifen eine Ökonomie der Monopolisierung sein und die Netzwerk- und Skaleneffekte werden zu einer noch dramatischeren Ungleichverteilung führen, denn die neuartigen Assets der Internetökonomie (Software, Datenbanken, Roboter, Systeme…) werden in den Händen Weniger bleiben und weitere Kaskadeneffekte auslösen.

Dies zu beschwören, reicht natürlich nicht aus. Wir sind heute in der Lage, Erkenntnisse zu generieren, die unsere Zukunft in erheblichem Maße prognostizierbar machen. Trends gegen diese Aufklärung (so die politischen populistischen Bewegungen) werden dabei als Schatten- und Ablenkungskämpfe inszeniert. Viele Rezepte gegen die wachsende Ungleichheit sind nur schwer umsetzbar: wer setzt sich wirklich für mehr Umverteilung, staatliche Regulierung und Steuererhöhungen ein? Die starke Zerfaserung der politischen und wirtschaftlichen Interessen lässt da wenig Gutes erwarten.
Aber klar ist auch, dass eine vollständig unregulierte Digitalisierung zu großen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen wird. Folgendes Zitat wird dem Wirtschafts-Nobelpreisträger Leontief zugeschrieben:
„Die Geschichte des technologischen Fortschritts der letzten 200 Jahre ist im Grunde die Geschichte der menschlichen Rasse, wie sie langsam, aber sicher versucht, den Weg zum Paradies wieder zu finden. Was würde allerdings passieren, wenn ihr dies gelänge? Alle Güter und Dienstleistungen wären verfügbar, ohne dass dafür Arbeit notwendig wäre, und niemand würde einer Erwerbsarbeit nachgehen. Nun heißt arbeitslos sein auch, keinen Lohn zu empfangen; so würden die Menschen, wenn sie auf die neue technologische Situation nicht mit einer neuen Politik der Einkommensverteilung reagieren würden, im Paradies verhungern …“ – Wassily Leontief (aus Wikipedia zum Paradies-Paradoxon, die Urheberschaft ist nicht eindeutig).

Natürlich könnte man die Idee einer Robotersteuer (vielleicht doch besser einer Vermögenssteuer) mal wieder in Augenschein nehmen oder das Konzept einer Mitarbeiterbeteiligung verfolgen: Beteiligungen der Mitarbeiter und des Staates in Fondslösungen abbilden (siehe das Beispiel Schweden für die Altersvorsorge), damit viele die Früchte der Digitalisierung ernten können. Wie auf meinem Forschungsblog thematisiert wird, könnten ergänzend Blockchain-Lösungen (Crowdinvesting u.ä.) beim Vermögensaufbau hilfreich sein. Was spräche dagegen, für Crowdinvestitionen Steuervergünstigungen für den Vermögensaufbau vorzusehen?
Zudem könnten umfangreiche Ausbildungsprogramme initialisiert werden.
Leider gibt es von politischer Seite sehr wenige Vorschläge in dieser Richtung. Eines wird schnell klar werden: Nichtstun wird die Grundlagen des Wohlstandes für Viele in den demokratischen Ländern erodieren lassen.

Dieser Beitrag ist auch am 22.März 2019 bei Wallstreet-Online erschienen.

Stand Crowdinvesting 2018

Wir gehen in das neunte bzw. achte Jahr des reinen Crowdinvestings (bezogen auf die Gründungsdaten der ursprünglichen Marktführer Seedmatch und Companisto). Die Daten für das Crowdinvesting 2018 (siehe Crowdfunding-Marktdaten) zeigen eine Entwicklung, die für diese ursprünglichen Zielgruppen, nämlich Start-ups und kleine Unternehmen, keine wirkliche Erfolgsgeschichte zeigt. Von den rund 274 Mio. € Finanzierungsvolumen in 2018 (2017 waren es rund 200 Mio. €) gingen rd. 25 % an Unternehmen und über 71 % in Immobilienprojekte – wenn man das Crowdlending über Kapilendo und Funding Circle herausnimmt (Volumen 2018 231 Mio. €), sind es gar nur 11 % für Unternehmen und 84 % für Immobilien. Sicher, das Volumen ist insgesamt erfreulich gewachsen, aber die eigentliche Zielgruppe kommt zu kurz: Ohne Crowdlending wären nur 55 Unternehmensprojekte in 2018 von allen Plattformen finanziert worden, (es waren laut o.g. Marktdaten 2017 bereinigt 54 Unternehmensprojekte) – mit Crowdlending wären es immerhin 356 Projekte gewesen (davon 301 Lendingprojekte in 2018 – verglichen mit 424 in 2017!). Also haben wir beim Lending bezogen auf die Projektanzahl im Unternehmensbereich einen rückläufigen Trend und beim Equity haben wir Stillstand.
Was die Ausfallquote betrifft, so fehlen hier schlüssige Daten. Für Start-ups wurden im o.g. Bericht 2017 9 % Ausfallquote angegeben, in einer Studie des BMF wurden bereits 2016 rd. 14 % veranschlagt, insgesamt also weniger als bei den sonstigen Gründerausfällen.
Die Ursachen für diese mäßige Entwicklung sind bereits öfters genannt worden: eine restriktive Regulierung seit 2015 und die unterentwickelten Equity-Märkte in Deutschland haben ein Abheben dieser Finanzierungsform erschwert oder gar unmöglich gemacht. Die breite Masse der Anleger hat schon von Crowdfunding gehörte (laut Stat. Bundesamt über 67 % in 2018), findet Crowdinvesting aber zu riskant und wird von Medien und Politik auch noch in dieser Annahme bestärkt. Unter diesen Vorzeichen kann sich keine Finanzinnovation wirklich entwickeln. Vielleicht sind aber auch die ursprünglichen Annahmen der Crowdinvesting-Philosophie zu naiv gewesen und die Abwicklung der Projekte und der Marketingaufwand sind zu belastend für ein Gedeihen dieser Finanzierungsform. Es bleibt dann nur eine Weiterentwicklung dieser Innovation in Richtung Blockchain und der Alternativen über ICO’s oder sogenannter STO’s (Security Token Offerings).
Die Idee, jungen Start-ups und jungen Wachstumsunternehmen Kapital über die breite Masse (die Crowd) zugänglich zu machen, ist noch nicht vom Tisch, darf aber auch nicht weiter in ihrer Umsetzung verzögert werden: wer zukünftig Sparer und Kleinanleger an der Wertentwicklung von innovativen Unternehmen beteiligen möchte, der darf nicht den Zeitfaktor vergessen. Disruptive Entwicklungen warten nicht auf staatliche Regulierer, sondern sie müssen gestaltet und genutzt werden.

10 Jahre Bitcoin

Vor 10 Jahren wurde der erste Bitcoin gemint. Seit 3 Jahren ist der Bitcoin in aller Munde – er ist der Ausdruck einer essentiellen Neuerung. Dabei verwundert es nicht, dass er von vielen Seiten kritisiert wurde und als gefährlich dargestellt wurde und wird. Ist man in den Fängen der alten Finanzmarktordnung verfangen, dann ist eine Kryptowährung eine Gefahr. Dabei soll nicht herunter gespielt werden, dass die Volatilität eine Herausforderung darstellt (lt. https://www.buybitcoinworldwide.com/de/volatilitatsindex liegt die Monatsvolatilität gegenüber dem Dollar zurzeit bei über 4 % und im Laufe der letzten 9 Jahre erreichte sie auch schon einmal über 14,5 % – verglichen mit der Volatilität einer Fiatwährung wie dem Euro gegenüber dem Dollar von 0,5 bis 1 %). Zudem sollen die Sicherheitsrisiken nicht klein geschrieben werden, die die Kryptowährungen immer noch auszeichnen.

Nein, es wird einfach mal die Hypothese verfolgt, dass eine neue Technologie, die auch eine Währung abbildet, auch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Was im Zentrum des Bitcoin steht, ist seine Netzwerkorientierung. Die Währung und das Spekulationsmittel Bitcoin, das auf dem Weg zu einem Vermögensgegenstand ist, ist nach seinem Protokollgeber und Erfinder Satoshi Nakamoto ein Währungssystem, welches den sicheren Transfer einer Geldeinheit im Rahmen eines Peer-to-Peer-Netzwerkes direkt von Rechner zu Rechner ermöglicht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vertrauen in Institutionen ist dabei nicht mehr erforderlich. Dieses wird ersetzt durch einen kryptografischen Sicherungsprozess. Was das nun für die vielen Finanzinstitutionen der Welt bedeutet? Nun ja, es bedeutet nicht unbedingt ihr Ende, aber doch eine starke Beeinträchtigung ihrer Bedeutung.

Dies ist vor 10 Jahren nach der Finanzkrise auf den Weg gebracht worden, bei dem Banken die Welt an den Rand des Finanzzusammenbruchs gebracht haben. Wir wollen an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass die über ICO’s herausgegebenen Utilitytoken – über deren Misserfolg schon zurecht oft berichtet wurde – anders zu beurteilen sind, als der Bitcoin. Der Bitcoin ist universeller und er ist eine Ankergröße, die nicht von einzelnen Projekten abhängt. Die Skalierungsschwächen und Nutzungsschwächen werden erforscht und es gibt vielleicht Lösungen dafür (z.B. das Lightning-Netzwerk für eine verbesserte Performance).

Das Thema Sicherheit muss ebenfalls immer im Fokus sein – aber ansonsten ist der Bitcoin eine Innovation, die mit der Einführung des Papiergeldes im China des 11. Jahrhunderts und des Buchgeldes in Italien im Spätmittelalter vergleichbar wäre. Bitcoins können darüber hinaus heute in erster Linie zur Portfoliobereicherung und zur Finanzierung internationaler Transaktionen genutzt werden – hier haben sie einen echten Transaktionskostenvorteil (Kosten um die 1 % im Vergleich zu über 2 % herkömmlicher Währungstransaktionen). Ein weiterer Aspekt: Bitcoins wären noch da, wenn eine heftige Krise die Finanzmärkte durchschütteln würde und die Menschen Angst um ihr Fiatgeld hätten: wer kann solch eine Krise heute ausschließen?

Dieser Beitrag ist am 12.Januar 2019 auch bei Wallstreet-Online erschienen.

Neues Working Paper: Implementierung von Finanzierungsnetzwerken

German Abstract: In diesem Beitrag soll eine P2P-Finanzierungsidee aus den technischen Möglichkeiten von Web 3.0 – insbesondere in Bezug auf die Blochchain – entwickelt werden, und es werden Wege für eine kostengünstige Unternehmensfinanzierung in Verbindung mit einer attraktiven Portfolioerweiterung für Anleger – auch für Kleinanleger – aufgezeigt. In einer Welt, die in Zukunft durch Anwendungen des „Machine Learning“ und der künstlichen Intelligenz geprägt sein wird, ist es wichtig, dynamische Finanzierungsumgebungen und Beteiligungsbereiche für Investoren zu schaffen. Finanzielle Netzwerke sind eine große Herausforderung angesichts der kommenden Ausrichtung der Finanzwelt auf die Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Idee.

Sie finden das Working Paper hier bei SSRN.

Bitcoin Crash

Der Bitcoin verlor über 35% zwischen Mitte November und Ende November 2018 und dies wurde in dem Ausmaß von wenigen erwartet. Wie konnte es dazu kommen und wie argumentieren die Krypto-Spezialisten z.B. von Autonomous Next?
Von ihnen wird vor allem die Verbreitung neuer Krypto-Assets ins Feld geführt, die die Anwendungsfälle von Bitcoin reduzieren, zum anderen die Streitereien und Entzweiungen in der Entwicklerszene. Es wird aber auch geschlussfolgert, dass „je stabiler alternative Coins bei Zahlungen sind, desto weniger wird Bitcoin das Tauschmittel sein“ (Autonomous-Newsletter 19.11.18). Als Auslöser der Turbulenzen wurde der Hard-Fork (die Blockchain-Aufteilung) bei Bitcoin Cash am 15.November ausgemacht, bei dem sich ein Teil von Bitcoin-Cash abspaltete (ungefähr 10 – 20 % desselben), weil die alternativen Entwickler mit ihrem neuen Coin das ursprüngliche Protokoll verbessern wollten (schnellere Transaktionen und erhöhte Blockgröße) und es hierbei auch um persönliche Ambitionen großer Entwicklereinheiten geht. Es besteht ja immer die Hoffnung, mit dem neuen Protokoll so erfolgreich zu sein, dass man zum Kryptokönig aufsteigen kann. Weiter hier:
Bitcoin Crash_30-11-12.

Security Token vs. Utility Token

Nach dem Hype kommt immer die Desillusionierung – so auch bei den ICO’s im Verlauf des Jahres 2018 (laut ICOdata nur 7,15 Mrd. $ Volumen, wobei andere Statistikseiten wie Coinschedule viel höhere Zahlen aufweisen – über 20 Mrd. $, weil offenbar auch Großprojekte unterschiedlich gezählt werden oder die Daten anders aufbereitet werden). Alleine schon die unklare Erfassung dieser Daten weist auf Probleme hin, die dieser Markt hat: die sehr hohe Unsicherheit und das hohe Maß an mangelnder Seriosität, die viele Anleger Abstand nehmen lässt von dieser neuen Anlageklasse.
Hinzu kommen die schlechten Erfolgsgeschichten der Projekte. Wie in einem früheren Beitrag schon erwähnt, gibt es zwar Studien (so vom Boston College vom Mai 2018), die auf hohe Renditen von über 80 % für einen durchschnittlichen Anleger kommen und die ein recht positives Bild zeichnen, aber andere Studien wie die der Satis-Group vom Juli 2018 weisen einen Scamanteil von fast 80 % an allen geplanten ICO’s bei nur rund 7 % erfolgreichen Projekten aus.
Den vollen Text sehen Sie hier!

Rating, Künstliche Intelligenz und Blockchain: Eine wahre Herausforderung

Am 20. September 2018 fand an der „Frankfurt School“ eine Konferenz zum Thema „How Blockchain and Fin Tech Will Change the Financial Ecosystem“ statt, die von dem Blockchain Center der Hochschule und von S&P Global ausgerichtet wurde.
Den Zusammenhang von Rating und Künstlicher Intelligenz (AI) skizzierte Adam Broun, Präsident von Kensho (per Skype zugeschaltet). Kensho ist übrigens vor kurzem von S&P gekauft worden. Kensho ist ein Machine Learning- und Analysetool für Regierungen und Unternehmen. Adam Broun betonte, dass seine Systeme etwas machen, was Menschen auch machen können – nur ungleich umfangreicher und viel schneller; also Datenstrukturen analysieren, Daten und Strukturen verknüpfen und Muster aus Ihnen herauslesen, die wertvolle Erkenntnisse für Bonitätsabschätzungen und weit darüber hinaus gehende Prognosen mit sich bringen. Eine Verknüpfung zur Blochchain-Technologie wurde nicht ausführlich thematisiert und ist sicher in der Forschung noch ein sehr heißes Thema. Die Frage, die sich stellt ist: Inwieweit ist das disruptive Potential dieser Technologie in seinem vollen Ausmaß erkannt worden; oder anders ausgedrückt: Werden P2P-Strukturen das Geschäftsmodell von Ratingagenturen nicht vollständig umkrempeln? Dies würde bedeuten, dass Netzwerke aus Investoren und Unternehmen die Ratingaufgaben mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz steuern könnten.
Auf der anderen Seite war den Vortragenden die Brisanz des Themas sehr bewusst; insbesondere für den Kapitalmarktverkehr und Wertpapieraustausch gilt ja unter Zuhilfenahme der Blockchain-Technologie: No further Clearing, no further Settlement, no Counterparty-Risk! Die Verwandlung des „Internet of Informations“ in ein „Internet of Value“ hat so weit reichende Auswirkungen, dass da schon geahnt wird, dass womöglich kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Ein weiter reichender Forschungsansatz ist damit auch schon skizziert: inwieweit werden Strukturen z.B. des größten Blockchainprojektes Ethereum – die Strukturen eines offenen Netzwerkes mit offenen Softwareschnittstellen und dezentralen Anwendungen – in einer Finanzierungswelt nicht auch überwiegend dezentrale Dienste hervorbringen? Hier kann wiederum das „alte Internet der Informationen“ Anschauungsunterricht geben, denn die Autonomie der Nutzer (z.B. beim Medienkonsum) und die Dezentralität sind herausragende Merkmale des Netzes.
Darüber hinaus kommen noch Herausforderungen auf das Ratingwesen zu, die einem schon etwas geläufiger sind: Big Data, Cyberrisiken und digitale Performanceparameter. Es wird letztendlich diese Gemengelage sein, die die Anbieter von Ratingdienstleistungen in Zugzwang bringen wird.
In Zusammenhang mit dem Assetmanagement hat Laurenz Apiarius von Blockwall Management die Herausforderungen durch die Kryptowährungen beschrieben. Reichen herkömmliche Analysen in Zusammenhang mit Due Diligence – Prozessen aus, um das Potential, aber auch die Risiken richtig abschätzen zu können? Herkömmliche Performanceindikatoren und Risikoabschätzungen tun sich schwer mit den Kryptowährungen. Hier wäre die enorme Volatilität der Assets zu erwähnen und letztendlich auch die technischen Herausforderungen, bezogen auf die Skalierbarkeit der Kryptowährungen und die Qualität der Codes. Ein entscheidender Punkt ist in diesem Vortrag deutlich geworden: es gibt noch zu wenige Daten für die Korrelationsmatrix mit anderen Assets und damit fehlt eine entscheidende Größe.
Die Entwicklung des Unternehmensratings – auch und gerade für die Banken – wird ein sehr spannendes Feld bleiben. Man darf aber nicht vergessen, dass die Banken in einigen Bereichen bei der Anwendung von AI schon einige Erfahrungen gesammelt haben (im Bereich Betrugserkennung, Zahlungsverkehr, Kreditausfallabschätzung) und diese ausbauen können.

– Dieser Beitrag wurde auch heute (28.9) bei Wallstreet Online veröffentlicht –

Finanzierungsnetzwerke…Coming soon

Finanzierungsnetzwerke sind ein Thema, das zur Internetökonomie passt wie die Initial Coin Offerings (ICO’s) zur Blockchain. In den nächsten Wochen werde ich hierzu ein kleines Modell vorstellen, dass diese Finanzierungnetzwerke in einen Zusammenhang mit den ICO‘ s darstellt. In meinem Buch „Finanzwirtschaft in der Internetökonomie“ werden dafür die Grundlagen dargestellt. Das Papier wird erst einmal in den nächsten Wochen bei SSRN hinterlegt.

In der Internetökonomie gehen wir davon aus, dass die wirtschaftlichen Bedingungen geprägt sind von Netzwerkstrukturen. Diese Netzwerkstrukturen sind Ausdruck der sich entwickelnden technischen Möglichkeiten und hier ergänzen sich viele Faktoren. So können die Gebiete künstliche Intelligenz, Machine learning, Blockchain und menschliche Anpassungsfähigkeit eine Lösung für viele finanzwirtschaftliche Problemstellungen bieten. Es ist denkbar, dass Unternehmen in diesen Netzwerken sich nicht nur mit Finanzmitteln versorgen, sondern auch nachhaltige Strukturen entwickeln. Hier könnten also Crowdfunding, Leasing, Factoring und vieles andere mehr den Unternehmen automatisch die Grundlagen für die Realisierung ihrer Geschäftsmodelle bieten.
Die technischen Möglichkeiten sind bzw. werden in nächster Zukunft gegeben sein. Das Ergebnis dieser Finanzierungsnetzwerke wäre dann auch damit verknüpft, dass sich private Anleger autonom mit ihren Spargeld dann an wirtschaftlichen Aktivitäten direkt beteiligen könnten – ohne Mittler und ohne unerwünschte Einflüsse.
Mit der Blockchain sind diese Überlegungen keine reine Spekulationen mehr, sondern es wird sich zeigen, dass Bitcoin und Co. die Wegbereiter für neue finanzwirtschaftliche Modelle sind.

Also: Finanzwirtschaft kann sehr spannend werden, wenn den Menschen klar wird, dass ihre Zukunftsgeldströme transparent sind und vielleicht sogar nachhaltig erwirtschaftet wurden (siehe hierzu mein Beitrag in dem neu erschienenen Buch „Nachhaltige Unternehmensführung in der Digitalisierung“.

In der Praxis arbeitet CONDA an einem solchen Netzwerk – hier wird im Pre-Sale zurzeit ein Token heraus gegeben, der regulatorisch abgestimmt die Nutzung eines Utility-Tokens ermöglicht, mit dem Services der Finanzierungsplattform und über die Plattform bezahlt und organisiert werden können. Details finden sie hier.